Softwarearchitektur in der Praxis: Wie Fabian Hirter Studierende auf die Zukunft vorbereitet
Wer Software entwickelt, steht selten vor klar definierten Aufgaben. Oft geht es darum, komplexe Anforderungen zu verstehen, Lösungen zu entwerfen und Systeme so aufzubauen, dass sie auch langfristig funktionieren. Genau dieses Denken vermittelt Fabian Hirter seinen Studierenden an der TEKO am Standort Bern.
Wer Software entwickelt, steht selten vor klar definierten Aufgaben. Oft geht es darum, komplexe Anforderungen zu verstehen, Lösungen zu entwerfen und Systeme so aufzubauen, dass sie auch langfristig funktionieren. Genau dieses Denken vermittelt Fabian Hirter seinen Studierenden an der TEKO am Standort Bern.
Fabian Hirter unterrichtet an der TEKO in den Studiengängen Informatik Applikationsentwicklung und -Systemtechnik sowie Elektro- und Systemtechnik. Zu seinen Modulen gehören unter anderem Plattform- und Softwarearchitektur, Web-Engineering, Datenvernetzung sowie Cloud & Serverless. Neben seiner Unterrichtstätigkeit entwickelt er als selbstständiger Softwareentwickler eine Dispositionsapplikation für Velokurierbetriebe und bringt seine Erfahrungen direkt in den Unterricht ein.
Plattform- und Software-Architektur ist ein zentrales Fach für angehende Informatiker. Die Studierenden lernen, wie Software-Systeme strukturiert werden können, damit sie korrekt funktionieren und längerfristig unterhalten und erweitert werden können.
Fabian Hirter
Für Fabian steht deshalb nicht das reine Programmieren im Mittelpunkt. Er möchte seinen Studierenden vermitteln, wie komplexe Systeme entstehen, welche Überlegungen hinter technischen Entscheidungen stehen und weshalb eine durchdachte Architektur die Grundlage jeder erfolgreichen Softwarelösung bildet.Gleichzeitig ist er überzeugt, dass genau diese Fähigkeit auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt ist – und auch durch generative KI nicht ersetzt werden kann.
Wie gestaltet Fabian seinen Unterricht an der TEKO?
Der Praxisbezug zieht sich durch sämtliche Module. Statt isolierte Aufgaben zu lösen, arbeiten die Studierenden an Projekten, die reale Herausforderungen aus der Softwareentwicklung aufgreifen. Im Fach Plattform- und Softwarearchitektur entwickeln sie eigene Projektideen und setzen sich bewusst mit komplexen Fragestellungen auseinander. So entstanden in den vergangenen Jahren unter anderem eine gamifizierte Outdoor-App, ein Parkplatzsystem, eine Garten-App, ein Schulverwaltungssystem oder ein Security-Scanner.
Auch in den weiteren Modulen steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Im Web Engineering entwickeln die Studierenden eine Portfolio-Website sowie eine Wetter-Applikation. Im Fach Cloud & Serverless wurden bereits Projekte wie ein Ticketing-System für Grossveranstaltungen oder ein Game-Store für ein Indiegame konzipiert und umgesetzt.
Ich lasse die Studierenden bewusst gross planen, damit sie realistische architektonische Probleme bearbeiten können.
Fabian Hirter
Seine eigene Tätigkeit als Softwareentwickler hilft Fabian dabei, aktuelle Erfahrungen aus der Praxis in den Unterricht einfliessen zu lassen. Dadurch lernen die Studierenden nicht nur Technologien kennen, sondern auch, wie Entscheidungen in echten Softwareprojekten getroffen werden und welche Herausforderungen dabei entstehen.
Was nehmen die Studierenden mit und wohin führt der Weg danach?
Im Berufsalltag sind Aufgaben selten bis ins Detail definiert. Genau darauf bereitet Fabian seine Studierenden vor. Sie lernen, Problemstellungen zu analysieren, Lösungen gemeinsam zu entwickeln und auch mit komplexen oder unübersichtlichen Situationen umzugehen. Neben dem technischen Wissen spielen deshalb Kommunikation, Zusammenarbeit und strukturiertes Denken eine zentrale Rolle.
Sie lernen Probleme zu lösen, bei denen die Aufgabenstellung und der Rahmen nicht exakt definiert ist – genau wie das in der Arbeitswelt auch der Fall ist.
Fabian Hirter
Kürzlich hat Fabian einen ehemaligen Studierenden getroffen, der nach dem Abschluss einige Jahre um die Welt gereist ist und nicht im Bereich seines Fachgebiets gearbeitet hat – eine eher seltene Ausnahme. An den Anlässen für Ehemalige hört er hingegen immer wieder spannende Geschichten von Absolventinnen und Absolventen, die Projekte oder ganze Abteilungen leiten und in unterschiedlichsten Bereichen der Industrie und im Dienstleistungssektor tätig sind.Für Fabian ist das die schönste Bestätigung dafür, dass praxisnaher Unterricht weit über die Studienzeit hinaus Wirkung zeigt.
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