Dipl. Prozesstechniker/in HF

Optimierung des Missing-Parts-Prozesses

Fehlteile im Griff - klare Verantwortlichkeiten statt unnötigen Verzögerungen

Fehlende Materialien zählen zu den häufigsten Ursachen für Verzögerungen in der Produktion und der Montage der Laserschneidmaschinen. Diese Diplomarbeit untersucht den Missing-Parts-Prozess (Fehlteile) der Bystronic Laser AG und zeigt auf, wie durch klare Verantwortlichkeiten, strukturierte Eskalationen und transparente Abläufe die Effizienz und Materialverfügbarkeit verbessert werden können.

16. Juni 2026
Kim Stettler

Beschreibung der Diplomarbeit

Die Analyse des bestehenden Prozesses zeigte, dass Missing-Parts nicht primär durch fehlende Fachkompetenz entstehen, sondern häufig durch unklare Zuständigkeiten, fehlende Eskalationsstrukturen und eine uneinheitliche Kommunikation zwischen den beteiligten Bereichen.

Im Rahmen der Arbeit wurde deshalb ein neuer SOLL-Prozess entwickelt, der Verantwortlichkeiten klar definiert und sämtliche beteiligten Funktionen gezielt einbindet. Kernstück der Lösung ist die eindeutige Trennung zwischen Produktionsplanung, operativem Einkauf und strategischem Einkauf.

Struktur statt Feuerwehrübungen

Auf Basis einer umfassenden IST-Analyse wurden mehrere Optimierungsvarianten entwickelt und mittels Nutzwertanalyse und Sensitivitätsanalyse miteinander verglichen.

Die gewählte Lösung umfasst:

  • klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten
  • ein standardisiertes Eskalationsmodell
  • eine einheitliche Entscheidungslogik bei kritischen Fehlteilen
  • die Zuteilung von Einkäufergruppen in SAP
  • definierte Kennzahlen zur Erfolgsmessung
  • eine Ursachenanalyse zur kontinuierlichen Verbesserung

Nutzen für Bystronic Laser AG

Durch die neue Prozessstruktur entstehen klare Ansprechpartner, schnellere Reaktionszeiten und eine höhere Transparenz im Umgang mit Missing-Parts. Gleichzeitig werden Doppelbearbeitungen reduziert und Eskalationen gezielter gesteuert.

Die Arbeit liefert damit eine konkrete und realistisch umsetzbare Grundlage, um den Missing-Parts-Prozess nachhaltig weiterzuentwickeln und die Materialverfügbarkeit langfristig zu verbessern.

Herausforderungen und Erkenntnisse

Die grösste Herausforderung bestand darin, die Vielzahl an Einflussfaktoren und Schnittstellen innerhalb des Missing-Parts-Prozess zu analysieren und auf die tatsächlichen Ursachen zu reduzieren. Besonders anspruchsvoll war es, die unterschiedlichen Sichtweisen der beteiligten Bereiche zu verstehen und daraus eine Lösung zu entwickeln, die sowohl praktikabel als auch akzeptiert ist.

Vom Konzept zur Umsetzung

Die entwickelte Lösung wurde bewusst so gestaltet, dass sie mit den bestehenden Ressourcen und Systemen umgesetzt werden kann. Durch die schrittweise Einführung, die Abbildung der Verantwortlichkeiten in SAP sowie die regelmässige Überprüfung definierter Kennzahlen wird eine nachhaltige Verankerung im operativen Alltag ermöglicht.

Persönliche Erkenntnisse

Die Arbeit hat mir gezeigt, wie wichtig ein strukturiertes Vorgehen bei komplexen Problemstellungen ist. Besonders wertvoll war die Erkenntnis, dass nachhaltige Verbesserungen häufig nicht durch zusätzliche Systeme oder Investitionen entstehen, sondern durch klare Prozesse, eindeutige Verantwortlichkeiten und eine enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Bereichen. Gleichzeitig konnte ich meine Fähigkeiten in den Bereichen Prozessanalyse, Projektmanagement und Lösungsentwicklung gezielt weiterentwickeln.

Portrait

Kim Stettler

Ich arbeite als Teamleiter Produktionsplanung bei der Bystronic Laser AG. Als Dipl. Prozesstechniker HF interessiere ich mich für effiziente Prozesse, Führung und kontinuierliche Verbesserungen im Unternehmen.


kim.s.stettler@gmail.com


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