DIPLOMARBEIT 2026
UMNUTZUNG KÜCHLIN BASEL, BEYOND THE SCREEN
Was wird aus einem Theater, wenn die Kinoleinwände verschwinden? Diese Diplomarbeit entwirft für das Küchlin Basel eine neue Zukunft.
AUSGANGSLAGE
Das Küchlin Theater prägt die Basler Steinenvorstadt seit über hundert Jahren. Während die Strassenfassade und Saal 1 unter Denkmalschutz stehen, wurden andere Teile des Gebäudes im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und zuletzt als Multiplex-Kino genutzt. Seit dessen Schliessung werden viele dieser Räume kaum noch genutzt. Gleichzeitig fehlt dem historischen Saal der Bühnenraum, der für grössere Theater- und Konzertaufführungen nötig wäre.
Diese Ausgangslage bildet die Grundlage meiner Diplomarbeit. Ich untersuche, wie der Saal wieder um einen nutzbaren Bühnenturm ergänzt und die übrigen Gebäudeteile mit neuen Nutzungen belebt werden können. Ziel ist ein Gesamtkonzept, das die kulturelle Identität des Küchlin bewahrt und dem Haus eine langfristige Perspektive gibt.
ORT UND MARKTANALYSE
Die Steinenvorstadt ist zentral gelegen, gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar und zu vielen Tageszeiten stark frequentiert. Das bietet gute Voraussetzungen für Kultur-, Freizeit- und Gastronomieangebote. Gleichzeitig ist das Umfeld bereits von Gastronomie, Nachtleben und Detailhandel geprägt. Aus der Orts- und Marktanalyse entstand deshalb die Idee eines Nutzungsmixes, der dem Küchlin einen eigenen Charakter gibt. Publikumsorientierte Angebote liegen an der belebten Strassenseite, die ruhigeren und besser besonnten Bereiche eignen sich für Wohnungen. So nutzt das Konzept die unterschiedlichen Qualitäten des Gebäudes und seines Standorts.
NUTZUNGSKONZEPT
Die Geschichte des Küchlin als Kultur- und Unterhaltungshaus bildet den Ausgangspunkt des neuen Nutzungskonzepts. Saal 1 und Saal 5 bleiben Orte für Veranstaltungen, Kultur und Tagungen. Ergänzend entstehen ein Gamecenter mit Duckpin-Bowling und Karaoke, ein Izakaya sowie eine Vinyl- und Listening-Bar. Ein Atelier mit Ausstellungsraum und ein Foto-, Film- und Tonstudio schaffen Platz für kreative Arbeit. Büroflächen und Wohnungen ergänzen das Haus weiter. Weil die verschiedenen Angebote zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden, soll das Küchlin auch ausserhalb einzelner Veranstaltungen belebt sein.
SAAL UND BÜHNENTURM
Saal 1 ist das historische Herzstück des Küchlin. Bei früheren Umbauten ging jedoch der Raum hinter dem Bühnenportal verloren, der für viele Bühnenproduktionen benötigt wird. Mein Entwurf ergänzt den geschützten Saal deshalb wieder um einen nutzbaren Bühnenturm. Damit sollen mehr Aufführungs- und Veranstaltungsformate möglich werden, ohne den Saal selbst grundlegend zu verändern.
ARCHITEKTUR UND FASSADE
Wo die Steinenvorstadt von Stein und versiegelten Flächen geprägt ist, bringt die neue Fassade Grün in den Strassenraum. Vor schönen, strukturierten Faserzementplatten wachsen immergrüne Kletterpflanzen an einem vorgelagerten Seilsystem. Die Begrünung spendet Schatten, schafft eine grünere Aussicht aus den Innenräumen und gibt dem Küchlin ein wiedererkennbares Gesicht. Die denkmalgeschützte Fassade bleibt daneben als historischer Teil des Hauses klar ablesbar.
Hinter der neuen Fassade verändert sich auch das Gebäude selbst. In den hohen Räumen der ehemaligen Kinos werden zusätzliche Zwischengeschosse eingefügt. Sie schaffen Platz für neue Nutzungen und geben dem bislang wenig genutzten Gebäudeteil eine neue Struktur. Im Erdgeschoss öffnen sich die publikumsorientierten Bereiche stärker zur Steinenvorstadt. So zeigt die Fassade nach aussen, was im Inneren geschieht. Das Küchlin bewahrt seine Geschichte und gewinnt zugleich Raum für neues Leben.
BAUEN IM BESTAND
Die Umnutzung baut auf den vorhandenen Qualitäten und Strukturen des Gebäudes auf. Bestehende Bauteile bleiben soweit möglich erhalten und werden in das neue Raumkonzept einbezogen. Für zusätzliche Geschossflächen sind leichte CLT-Holzdecken vorgesehen, die von Stahlwabenträgern und Stahlstützen getragen werden. Auch vorhandene Technikzentralen sollen weitergenutzt und für die neuen Räume angepasst werden.
UMSETZUNG
Eine Baustelle an der Steinenvorstadt lässt sich nicht wie ein Neubau auf freiem Gelände organisieren. Die dichte Bebauung, die Fussgängerzone und die bestehenden Nutzungen im Haus bestimmen, wo angeliefert, gelagert und gearbeitet werden kann. Das Baustellenkonzept sieht dafür abgestimmte Zugänge, interne Materialtransporte und eine etappierte Ausführung vor. Besonderes Gewicht erhält die bestehende Brasserie. Ihre Zugänglichkeit und ihr Betrieb sollen während des Umbaus möglichst lange erhalten bleiben.
WIRTSCHAFTLICHKEIT
Eine neue Nutzung kann das historische Küchlin langfristig nur stärken, wenn sie auch wirtschaftlich funktioniert. Die Arbeit untersucht deshalb, welche Einnahmen mit den geplanten Kultur-, Freizeit-, Gewerbe- und Wohnflächen erzielt werden können und welche Kosten ihnen gegenüberstehen. Berücksichtigt werden neben der Investition auch Betrieb, Verwaltung, Unterhalt, Finanzierung und Rückstellungen für spätere Erneuerungen. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung zeigt, dass das vorgeschlagene Konzept eine Grundlage für einen langfristig selbsttragenden Betrieb bietet.
NACHHALTIGKEIT
Das Küchlin weiterzubauen bedeutet, seine Geschichte und die bereits vorhandenen Ressourcen zu nutzen. Deshalb bleiben die geschützten Räume, grosse Teile der Tragstruktur und bestehende Technikzentralen erhalten. Die neuen Bauteile sind so gewählt, dass sie sich später möglichst gut trennen und wiederverwenden lassen. Die begrünte Fassade bringt Grün in den bislang mineralisch geprägten Strassenraum und verschattet die dahinterliegenden Räume. So verbindet der Entwurf den sorgfältigen Umgang mit dem Bestand mit einer langfristigen Nutzung des Hauses.
DISCLAIMER
Die vorliegende studentische Arbeit dient ausschliesslich Übungs- und Demonstrationszwecken. Sämtliche Inhalte, Angaben, Zahlen, Darstellungen und Rahmenbedingungen sind frei erfunden und folgen keiner realen Grundlage. Alle verwendeten Beispiele, Szenarien und Daten wurden konstruiert, um typische Anforderungen und Strukturen wissenschaftlicher Arbeiten zu simulieren. Sie sind nicht als Abbild realer Verhältnisse zu verstehen. Mit dieser Einordnung soll sichergestellt werden, dass die Arbeit in ihrem vorgesehenen Kontext als fiktive Ausarbeitung gelesen und bewertet wird.

Alessandro Noth
Ich bin neugierig und gestalterisch interessiert, denke Ideen konsequent weiter und setze sie mit Ausdauer und einem Blick fürs Detail um.
alessandro.noth@gmail.com
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Die Microsite zeigt einen Einblick in meine Diplomarbeit zur Umnutzung des Küchlin Basel. Die vollständige Broschüre mit sämtlichen Plänen, Visualisierungen und technischen Erläuterungen steht nachfolgend als Download zur Verfügung.
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