Werkleitungsbau
Beurteilung von Kombigräben im Werkleitungsbau
Die Diplomarbeit untersucht Kombigräben im Werkleitungsbau auf ihre technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Vor- und Nachteile im Vergleich zum Einzelgraben.
Ausgangslage der Arbeit
Die Diplomarbeit beurteilt den Einsatz von Kombigräben im innerstädtischen Werkleitungsbau im Vergleich zum klassischen Einzelgraben. Ziel ist die Analyse der beiden Bauweisen hinsichtlich ihrer Bauzeit, Ressourceneinsatz, Platzverhältnissen, Arbeitssicherheit, Koordination sowie Umweltaspekten.
Die Untersuchung zeigt, dass der Kombigraben sein Hauptpotenzial in der spartenübergreifenden Bündelung von Bauprozessen entfaltet. Durch die einmalige Öffnung des Strassenraums werden wiederholte Eingriffe vermieden, Baustelleneinrichtungen und Verkehrsführungen gemeinsam genutzt sowie Bauzeiten spürbar verkürzt.
Ergänzend werden Baugrunduntersuchungen beurteilt, um Umweltaspekte präziser einzuschätzen und künftige Projekte Ressourcen schonend umzusetzen. Auf dieser Grundlage wird ein Entsorgungskonzept nach VVEA erarbeitet sowie praxistaugliche Empfehlungen abgeleitet.
Grundlegende Themen
Thema: Ganzheitliche Bewertung von Kombigräben vs. Einzelgräben im innerstädtischen Werkleitungsbau (Basel-Stadt).
Prozess & Logistik: Das Hauptpotenzial des Kombigrabens liegt in der Synergie die einmalige Baustelleneinrichtung, Verkehrsführung und Belagswiederherstellung sparen Zeit und reduzieren Emissionen.
Umwelt & Organisation: Detaillierte Betrachtung von Baugrund, Schadstoffen und Entsorgungslogistik (VVEA, 6-Mulden-Prinzip) sowie optimierter Abläufe in der Projektsteuerung.
Fazit: Die Wahl der Bauweise erfordert eine frühzeitige, projektbezogene Gesamtschau aus Technik, Platzverhältnissen und Akteurskoordination.
Werkleitungen
Im dicht bebauten Strassenraum von Basel-Stadt stehen Infrastrukturprojekte vor der Herausforderung, Platzverhältnisse, Bauabläufe und die Koordination verschiedener Werkträger optimal aufeinander abzustimmen. Im Zentrum dieser Untersuchung steht der vergleichende Einsatz von Kombigräben gegenüber klassischen Einzelgräben.
Das wesentliche Potenzial des Kombigrabens entfaltet sich dabei in den baulichen und logistischen Synergien: Durch die Bündelung mehrerer Werkleitungen in einem Arbeitsgang müssen Baustelleneinrichtungen, Signalisationen und Verkehrsführungen nur einmal eingerichtet sowie der Strassenbelag nur einmal geöffnet und wiederhergestellt werden. Dieser optimierte Bauablauf verkürzt die Gesamtbauzeit spürbar, reduziert verkehrs- sowie baubedingte Emissionen und minimiert die Beeinträchtigungen für Anwohner und Gewerbe nachhaltig.
Umwelt
In ökologischer und organisatorischer Hinsicht stehen die detaillierte Baugrunduntersuchung, die Identifikation von Schadstoffen sowie ein strukturierter Entsorgungsablauf im Vordergrund. Die frühzeitige Erfassung relevanter Belastungen wie PAK, PCB oder Kohlenwasserstoffe ermöglicht eine rechtssichere Verwertungs- und Entsorgungsplanung nach VVEA-Richtlinien, welche auf der Baustelle mittels z. B dem 6-Mulden-Prinzip konsequent umgesetzt wird. Ergänzt wird die Gesamtbeurteilung durch praxistaugliche Lösungsansätze zur Optimierung der administrativen Schnittstellen und der Projektsteuerung, um das spartenübergreifende Zusammenspiel auch organisatorisch effizient abzuwickeln.
Persönliche Erkenntnisse
Persönliche Entwicklung: Der Prozess hat mein vernetztes Denken gestärkt und mir gezeigt, wie wichtig Ausdauer und eine strukturierte Herangehensweise bei komplexen Aufgabenstellungen sind.
Grösste Herausforderung: Das Zusammentragen, Nachvollziehen und Vergleichen der detaillierten Kostenblöcke für die verschiedenen Bauweisen erforderte viel Aufwand und lückenlose Genauigkeit.
Fachlicher Zuwachs: Vertieftes Verständnis für das Zusammenspiel von Umweltauflagen (VVEA, 6-Mulden-Prinzip), technischer Grabenbauweise und logistischen Synergien im städtischen Raum.
Mehrwert für den Berufsalltag: Die erarbeitete Methodik gibt mir direkte Handlungskompetenz, um zukünftige Werkleitungsprojekte in der Praxis ganzheitlich zu bewerten und Kostenentscheidungen transparent zu begründen.

Thomas Gass
Dipl. Energie- und Umwelttechniker HF. Projektleiter bei der IWB im Bereich Versorgungsnetz Gas, Wasser und Strom
thomi.gass@bluewin.ch
+41 79 393 83 81





