Standardisierung der Kabinenwartungsplanung
Analyse und Entwicklung der Kabinenwartungsplanung bei SWISS unter Einbezug externer Dienstleister
Eine gepflegte und funktionierende Flugzeugkabine prägt das Reiseerlebnis der Passagiere. Damit notwendige Wartungsarbeiten zum richtigen Zeitpunkt stattfinden, müssen Material, Personal und verfügbare Bodenzeiten aufeinander abgestimmt sein. Dabei arbeiten verschiedene interne Fachbereiche und externe Dienstleister zusammen. Bei SWISS übernimmt das Cabin Maintenance Planning die zentrale Planung und Koordination dieser Arbeiten für die betreuten Flugzeuge von SWISS und Edelweiss.
Ziel der Arbeit
Ziel unserer Diplomarbeit ist die Analyse der bestehenden Arbeitsweise und die Entwicklung eines standardisierten, nachvollziehbaren Planungsprozesses. Dabei stehen die klare Definition von Zuständigkeiten, Schnittstellen und Kommunikationswegen sowie die langfristige Sicherung des vorhandenen Wissens im Mittelpunkt.
Als zentrale Ergebnisse entstehen eine Prozesskarte für das SWISS-Prozessmanagementsystem Pro X sowie eine ergänzende Guideline. Zusätzlich untersuchen wir, inwiefern die standardisierte Vorgehensweise den Abstimmungs- und Bearbeitungsaufwand reduziert.
Ausgangslage
Die bestehende Planung funktioniert im Tagesgeschäft, stützt sich jedoch überwiegend auf das Erfahrungswissen einer einzelnen Person. Eine vollständige Prozessdokumentation und eine einheitliche Arbeitsanweisung fehlen. Dadurch können andere Mitarbeitende die Abläufe nur eingeschränkt nachvollziehen. Stellvertretungen und die Einarbeitung neuer Mitarbeitender erfordern entsprechend viel persönliche Unterstützung. Besonders an den Schnittstellen zu internen Werkstätten und externen Dienstleistern besteht Bedarf an klar dokumentierten Zuständigkeiten und Rückmeldungen.
Lösung
Auf Grundlage der Analysen entwickeln wir einen standardisierten SOLL-Prozess. Dieser umfasst die Planung von der Identifikation anstehender Arbeiten über die Prüfung von Material und Ressourcen bis zur Abstimmung und Anpassung der Arbeitspakete. Die Prozesskarte veranschaulicht Verantwortlichkeiten, Entscheidungen und Schnittstellen. Gemeinsam mit dem Bereich Process Optimization passen wir die Darstellung an die Anforderungen von Pro X an.
Die ergänzende Guideline enthält konkrete Arbeitsanweisungen für die praktische Anwendung des Prozesses. Sie beschreibt die Zusammenarbeit mit internen Werkstätten sowie die Planung von Teppichwechseln und Sitzüberzugwechseln mit externen Dienstleistern. Einheitliche Kommunikationswege und Dokumentationsstandards schaffen Transparenz und erleichtern die Nachverfolgung des aktuellen Planungsstands.
Ergebnis und Nutzen
Mit der Prozesskarte und der ergänzenden Guideline erhält SWISS eine einheitliche Grundlage für die Kabinenwartungsplanung. Klar definierte Zuständigkeiten und Kommunikationswege verbessern die Zusammenarbeit mit internen Fachbereichen und externen Dienstleistern. Gleichzeitig sichern die Dokumente vorhandenes Wissen, erleichtern die Einarbeitung neuer Mitarbeitender und verringern die Abhängigkeit von einzelnen Personen.
Die Standardisierung steigert zudem die Prozesseffizienz. Strukturierte Abläufe vermeiden wiederholte Abklärungen, reduzieren den Koordinationsaufwand und erhöhen die Transparenz. Die praktische Testphase zeigt eine Reduktion des Planungs- und Abstimmungsaufwands um 15 % und bestätigt damit das Effizienzpotenzial des neuen Prozesses.
Weiteres Vorgehen
Bis Dezember 2026 strebt SWISS die formelle Freigabe der Prozesskarte und der Guideline an. Anschliessend erfolgt die Bereitstellung in Pro X sowie die Einführung im Mid Term Planning bis Januar 2027.
Parallel dazu legt die Abteilung eine geeignete Stellvertretung fest und stärkt den internen Wissenstransfer. Anhand regelmässiger Messungen des Planungs- und Abstimmungsaufwands überprüft das Team langfristig die Wirksamkeit des neuen Prozesses und identifiziert weiteres Optimierungspotenzial.

Fabian Soriano (L) / Lars Johannes (R)
Mid Term Planner's bei SWISS






