Reparaturprozess im Sondermaschinenbau
Optimierung von Abläufen, Verantwortlichkeiten und digitaler Dokumentation
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde der bestehende Reparaturprozess bei der Hatebur Umformmaschinen AG analysiert und weiterentwickelt. Ziel war es, Verantwortlichkeiten klarer zu regeln, Abläufe transparenter zu gestalten und die Dokumentation durch digitale Hilfsmittel zu vereinfachen.
Ausgangslage und Ziel
Reparaturen von Baugruppen und Modulen durchlaufen bei der Hatebur Umformmaschinen AG mehrere interne Bereiche. Dazu gehören insbesondere Service, Logistik und Produktion. Durch die zahlreichen Schnittstellen entstanden unterschiedliche Prozesswege, unklare Verantwortlichkeiten und ein hoher Abstimmungsbedarf.
Ziel der Diplomarbeit war es, den bestehenden Reparaturprozess zu analysieren und einen nachvollziehbaren SOLL-Prozess zu entwickeln. Dabei sollten Verantwortlichkeiten klarer geregelt, die Prozessdokumentation verbessert und geeignete digitale Hilfsmittel eingesetzt werden.
Vorgehen
Zu Beginn wurde der bestehende Reparaturprozess aufgenommen und hinsichtlich Prozessschritten, Verantwortlichkeiten, Schnittstellen und Informationsflüssen untersucht. Die erkannten Schwachstellen wurden anschliessend bewertet und verschiedene Lösungsvarianten entwickelt.
Mithilfe einer Nutzwertanalyse wurde eine geeignete Variante ausgewählt und zu einem SOLL-Konzept weiterentwickelt. Ergänzend wurden Risiken, Nutzen und die notwendigen Schritte für eine spätere Einführung betrachtet.
Ergebnis und Nutzen
Als Ergebnis entstand ein strukturierter SOLL-Prozess mit klareren Zuständigkeiten und definierten Übergaben zwischen den beteiligten Bereichen.
Zusätzlich konnten während der Diplomarbeit bereits zwei digitale Verbesserungen umgesetzt werden. Eine Erweiterung des bestehenden Photo Uploaders ermöglicht es, den Zustand von Reparaturteilen direkt zu dokumentieren und automatisch eine übersichtliche Dokumentation zu erstellen. Ergänzend wurde eine digitale Statusverfolgung für laufende Reparaturaufträge aufgebaut.
Dadurch können Informationen transparenter bereitgestellt und der manuelle Dokumentationsaufwand reduziert werden. Das entwickelte Konzept schafft gleichzeitig eine Grundlage für die weitere Standardisierung des Reparaturprozesses.
Weiteres Vorgehen
Für die vollständige Einführung müssen die zukünftigen Verantwortlichkeiten verbindlich festgelegt und der SOLL-Prozess im praktischen Betrieb getestet werden. Die überarbeitete Step-by-Step-Anleitung sollte vor der Verwendung fachlich geprüft und freigegeben werden.
Der Photo Uploader soll anhand realer Reparaturaufträge weiter getestet werden. Zusätzlich können zukünftig Kennzahlen wie Durchlaufzeit, Dokumentationsaufwand oder die Anzahl notwendiger Rückfragen erfasst werden, um die tatsächliche Wirkung der Verbesserungen zu beurteilen.
Persönliche Erkenntnisse
Die Diplomarbeit hat mir gezeigt, dass Prozessoptimierungen nicht zwingend aus grossen Veränderungen bestehen müssen. Gerade kleinere Verbesserungen mit einem unmittelbar erkennbaren Nutzen können im Arbeitsalltag eine grosse Wirkung erzielen.
Gleichzeitig habe ich gelernt, Projektziele frühzeitig klar abzugrenzen, Veränderungen realistisch einzuschätzen und die betroffenen Mitarbeitenden und Fachstellen stärker in die Lösungsfindung einzubeziehen.
Fazit und Ausblick
Die Arbeit hat gezeigt, dass der Reparaturprozess vor allem durch klarere Verantwortlichkeiten, transparente Informationsflüsse und eine einfachere Dokumentation verbessert werden kann. Mit dem Photo Uploader und der digitalen Statusverfolgung konnten bereits erste konkrete Verbesserungen umgesetzt werden.
Als nächster Schritt soll der entwickelte SOLL-Prozess im Arbeitsalltag getestet und schrittweise eingeführt werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen können genutzt werden, um den Prozess weiter zu verbessern und langfristig zu standardisieren.

Nico Rauch
Ich arbeite als Fertigungsleiter bei Hatebur. Mit dem dipl. Prozesstechniker HF möchte ich Prozesse verbessern und mehr Führungsverantwortung übernehmen.
nico.rauch@bluewin.ch






