Berufsbegleitende Weiterbildung: Wie bringe ich mein Privatleben damit unter einen Hut?
Moderne Technologien und die damit verbundenen Arbeitsplätze unterliegen einem rasanten Wandel. Eine berufsbegleitende Weiterbildung ist für viele Arbeitnehmer darum oft eine gute Möglichkeit, mit diesem Wandel Schritt zu halten und dafür zu sorgen, dass die eigenen Fähigkeiten weiterhin benötigt werden. Viele Arbeitnehmer machen sich Sorgen, dass eine solche Weiterbildung, die neben dem Beruf läuft und zu den täglichen Pflichten hinzukommt, sich negativ auf das Privatleben auswirkt. Natürlich benötigst du für eine berufsbegleitende Weiterbildung Zeit, aber sie ist es auch wert. Vielleicht erlernst du sogar Fähigkeiten, die dein Privatleben bereichern. Wie du den Faktor Zeit in den Griff bekommst, um neben Arbeit und Weiterbildung noch Zeit für Hobbys und Familie zu haben, zeigen wir dir in diesem Artikel.
Am Arbeitsplatz flexibler werden
Den grössten Teil des Tages verbringen die meisten Menschen am Arbeitsplatz. Je flexibler du deine Arbeit gestaltest, desto besser kannst du deine Weiterbildung und auch deine Freizeit gestalten.
Es gibt drei Möglichkeiten, deine Flexibilität am Arbeitsplatz zu erhöhen.
1. Zeitmanagement
Stell dir die Frage, ob es möglich ist, Beginn, Ende oder Pausen deines Arbeitstages umzugestalten. Möglicherweise kannst du früher anfangen und aufhören, um abends Zeit für ein Seminar zu haben oder später beginnen und enden, um morgens noch lernen zu können. Eventuell kannst du auch deine Arbeitsstunden über die Woche anders verteilen. Das funktioniert nicht nur in Teilzeit. Kläre zum Beispiel ab, ob du jeweils am Samstag halbtags arbeiten kannst oder an einem Tag mehr Stunden abarbeiten kannst, um dafür einen halben Tag in der Woche zum Lernen zur Verfügung zu haben.
Natürlich kannst du auch Überstunden oder Urlaubstage nutzen. Verschaffe dir einen Überblick und plane alle Möglichkeiten gut durch.
2. Arbeitsort
Im besten Fall kannst du an einigen Tagen von zu Hause aus arbeiten und sparst dir den Weg zur Arbeit. Die gewonnene Zeit kannst du für deine Weiterbildung aufbringen. Aber auch den Weg zur Arbeit oder zur Weiterbildung kannst du nutzen. In öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du dich entweder auf die Weiterbildung vorbereiten oder vielleicht sogar einige berufliche Aufgaben erledigen.
3. Abläufe optimieren
Versuche, deine Arbeitsabläufe auf deine Weiterbildung abzustimmen. Wenn du beispielsweise einen Tag in der Woche frei haben möchtest, um zu lernen, solltest du diesen Tag in der Planung von Deadlines oder Besprechungen beachten. Nimm bei der Planung Rücksicht auf deine Kollegen und sprich dich mit ihnen ab, dann wirst du auf Verständnis stossen.
Wahrscheinlich werden nicht alle der genannten Möglichkeiten für dich möglich sein. Ziehe aber alle in Betracht und setze diejenigen um, die für dich interessant und machbar sind.
Kollegen und Arbeitgeber informieren
Um flexibler arbeiten zu können, benötigst du natürlich die Zustimmung deiner Vorgesetzten. Aber auch deine Kollegen solltest du informieren.
Die Zustimmung deiner Vorgesetzten kannst du dir sichern, indem du gute Argumente für die Weiterbildung lieferst:
- Weiterbildungen sind auch für Unternehmen entscheidend in puncto Wettbewerbsfähigkeit und Imagepflege.
- Dein neuerworbenes Wissen kommt in Zukunft auch dem Unternehmen zugute.
- Das Gelernte kannst du zum Beispiel an Kollegen weitergeben.
- Beweise Eigeninitiative und lege dir dein gewähltes Weiterbildungsangebot vor.
- Bekenne dich zur Firma und nimm deinem Vorgesetzten damit die Sorge, dass du nach der Weiterbildung den Arbeitgeber wechselst.
- Hebe die Opfer hervor, die du auch persönlich bereit bist zu erbringen (Urlaubstage einsetzen, Wochenenden nutzen etc.).
Im besten Fall unterstützt dich dein Arbeitgeber sogar durch ein verringertes Arbeitspensum oder gar mit einer finanziellen Förderung der Weiterbildung. Es lohnt sich also auf jeden Fall, die Vorgesetzten zu überzeugen.
Auch die Kollegen solltest du auf deine Seite ziehen. Wenn diese von deiner Mehrbelastung wissen, kannst du mit mehr Verständnis und eventuell Unterstützung rechnen. Du kannst zum Beispiel bei Gemeinschaftsaufgaben um eine effizientere Planung bitten, um zum Beispiel durch bessere Absprachen unnötige Mehrarbeit zu vermeiden.
Wenn du deine Arbeitszeit effizienter planst, kannst du dir so die Zeit für die Weiterbildung freimachen. Vergiss dabei aber nicht deine Freizeit.
Im Privatbereich Ausgleich finden
Durch die Mehrbelastung deiner Fortbildung ist es noch wichtiger als zuvor, in deiner Freizeit einen starken Ausgleich zu Arbeits- und Lernzeit zu schaffen. Schätze die Zeit, die du mit Freunden, Partner oder Familie verbringen kannst, umso höher ein. Überlege dir gut, was dir besonders beim Stressabbau hilft und dir Spass und Entspannung bringt. Plane diese Aktivitäten dann fest ein, sodass du sie nicht vernachlässigst:
- Wann gehst du zum Sport?
- Wann verbringst du Zeit mit deinem Partner?
- Wie viel Zeit nimmst du dir, um ein Buch zu lesen oder einen Film zu sehen?
Achte auf deine Ernährung
Eine gesunde Ernährung ist natürlich immer wichtig. In sehr arbeitsreichen oder stressigen Phasen solltest du aber besonders darauf achten, was du zu dir nimmst. Die richtige Ernährung unterstützt deine Konzentration:
- Nimm ausreichend Kohlenhydrate aus Obst, Rohkost, Kartoffeln oder Vollkornprodukten zu dir.
- Trinke ausreichend.
- Gönne dir zwischendurch für zusätzliche Energie Kaffee oder grünen bzw. schwarzen Tee, Nüsse oder Äpfel.
Schlafe ausreichend
Vielleicht erinnerst du dich aus der Schule daran: Müde lernt es sich nicht gut. Tatsächlich speichert dein Gehirn gelernte Informationen erst im Schlaf vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis. Ein Erwachsener sollte ungefähr sieben bis acht Stunden schlafen. Plane also ausreichend Schlaf mit ein. Die Schlafzeit ist nicht verloren, sie ist vielmehr enorm wichtig für erfolgreiches Lernen.
Suche auch im Privatbereich Unterstützung
Nicht nur dein Arbeitgeber und Kollegen können dich bei deiner Weiterbildung unterstützen. Plane deine Lernperioden möglichst einvernehmlich mit Familie oder Partner und nimm dabei Rücksicht auf die Bedürfnisse aller Beteiligten. Wenn zu Hause gute Stimmung herrscht, kannst du auch besser lernen. Möglicherweise können Freunde oder Familienmitglieder dich auch beim Lernen unterstützen, zum Beispiel, indem sie dich abfragen.
Um zu Hause störungsfreie Zeit zum Lernen oder fürs Homeoffice zu finden, musst du dich natürlich ebenfalls mit deinem Partner absprechen. Teilt euch die häuslichen Pflichten auf oder greift gegebenenfalls auf externe Hilfe zurück:
- Wer kümmert sich um die Kinder?
- Kann eine Haushaltshilfe Entlastung bringen?
Wenn das alles geklärt ist, hast du eine gute Basis geschaffen, um weiter beruflich erfolgreich zu sein, dich gleichzeitig weiterzubilden und dein Privatleben nicht zu vernachlässigen. Jetzt musst du nur noch motiviert bleiben.
Belohne dich für deine Erfolge
Wenn du ein Ziel erreicht hast, ist es durchaus angebracht, dich zu belohnen. Vermeide dabei, dein ganzes Privatleben an Belohnungen zu koppeln. Entspannung und Freizeit sind auch so notwendig. Überlege dir im Voraus, was für dich eine Belohnung ist und was täglicher Ausgleich. Belohnungen sollten dabei etwas Besonderes sein. Ein Kinobesuch, ein kleiner Ausflug oder auch etwas Materielles wie ein neuer Laptop.
Diese Belohnungen koppelst du an bestimmte Ziele. Steck dir deine Ziele so, dass sie erreichbar sind. Mit jedem erreichten Ziel steigt deine Motivation und du wirst deine Weiterbildung mit Bravour meistern.











