Weiterbildung: so überzeugst du deinen Chef!
Wer an seiner beruflichen Karriere arbeitet, muss sich in der Regel über kurz oder lang mit dem Thema Weiterbildung befassen. Angebote gibt es in diesem Bereich mehr als genug – aber wie machst du deinem Chef klar, dass die Weiterbildung sinnvoll ist? Wir zeigen dir, worauf du achten musst und wie du deinen Vorgesetzten überzeugen kannst.
Früher galt die Reihenfolge Schule, Ausbildung, Beruf – und den Beruf übte man dann oft ein Leben lang aus. Aber diese Zeiten sind schon lange vorbei. Heutzutage kann sich kaum noch jemand vorstellen, das gesamte Arbeitsleben in einer Position im Unternehmen zu verbringen. Wer neue berufliche Chancen und Möglichkeiten sucht, muss sich allerdings auch selbst weiterentwickeln und neue Fähigkeiten aneignen. Zu diesem Zweck gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten – die jedoch häufig mit beträchtlichen Kosten zu Buche schlagen. Aber vielleicht kannst du deinen Chef ja überzeugen, dass die Firma einen Teil dieser Kosten übernimmt?
Nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen
Willst du bei einer Weiterbildung deinen Arbeitgeber davon überzeugen, zumindest einen Teil der Kosten zu übernehmen oder dich für einen gewissen Zeitraum freizustellen, musst du zunächst einmal eins tun: Bereite dich gut auf das Gespräch vor. Hast du ein tolles Angebot für eine Aus- oder Weiterbildung gefunden – etwa bei TEKO – dann ist die Versuchung natürlich gross, sofort zum Chef zu laufen, um ihn von dieser Massnahme zu überzeugen. Eventuell hättest du damit sogar Erfolg, in den meisten Fällen ist so ein Vorgehen aber ein sicherer Weg, sich eine Abfuhr einzufangen. Wieso?
Nun, betrachte die Situation doch einmal aus der Sicht des Chefs: Ein Mitarbeitender möchte über eine oder mehrere Wochen freigestellt werden und es kommen noch zusätzliche Kosten auf die Abteilung zu, denn die Firma soll ja auch gleich noch einen Teil der Gebühren übernehmen. Hinzu kommt, dass bei vielen Vorgesetzten die Alarmglocken schrillen, wenn sie das Wort «Weiterbildung» hören, denn für sie klingt es eher nach «Förderungsmassnahme, bevor der Beschäftigte das Unternehmen verlässt». Und wer möchte schon einen Mitarbeitenden fördern, der kurz darauf dankend seinen Hut nimmt und dann bei der Konkurrenz einsteigt?
Die Firma muss ebenfalls profitieren
Willst du deinen Chef also dazu bewegen, dich bei der Weiterbildung zu unterstützen, solltest du die richtigen Argumente parat haben, um ihm die ganze Sache schmackhaft zu machen. Eines der wichtigsten Ziele ist dabei, den Nutzen für die Firma zu verdeutlichen. Schliesslich profitierst nicht nur du persönlich von einer Weiterbildung, auch für das Unternehmen eröffnen sich neue Wege – oder zumindest sollte das so sein. Hast du dir eine Weiterbildung herausgesucht, die vornehmlich nur dich persönlich voranbringt, dürfte es schwierig werden, den Chef zu überzeugen. In einem solchen Fall ist eine private Weiterbildung die sinnvollere Variante.
Ist die Weiterbildung aber auch für das Unternehmen ein Gewinn, dann stell diese Vorteile im Gespräch mit deinem Vorgesetzten in den Vordergrund. Du wirst in Zukunft neue Aufgaben übernehmen und so die Abteilung entlasten können? Dann kommuniziere das deinem Chef. Das Argument, dass du dein Wissen an die Kollegen weitergeben könntest, kann ebenfalls sehr überzeugend sein. Vielleicht bist du nach der Weiterbildung dank der zusätzlichen Qualifikation auch in der Lage, neue Kunden für die Firma zu gewinnen – die Möglichkeiten sind hier sehr vielfältig. Generell solltest du dir aber stets überlegen, wie deine Weiterbildung das Unternehmen konkret voranbringt, schliesslich willst du ja auch, dass es Zeit und Geld in deine berufliche Zukunft investiert.
Bindung ans Unternehmen
Ein weiterer wichtiger Punkt, bei dem du häufig Überzeugungsarbeit leisten musst, ist deine Treue zum Unternehmen. Die stellen viele Chefs bei einer Anfrage bezüglich einer Weiterbildung nämlich oft in Frage. Die Befürchtung ist, dass du nach der Weiterbildung deinen Hut nimmst, da du dank der zusätzlichen Qualifikation ein besseres Angebot erhalten hast.
Leider ist diese Angst nicht ganz unbegründet, denn es gibt immer wieder Mitarbeitende, die auf diese Weise versuchen, noch etwas aus ihrer alten Firma herauszupressen, bevor sie zu einem neuen Arbeitgeber wechseln. Du kannst versuchen, deinen Chef davon zu überzeugen, dass das bei dir nicht der Fall ist. In der Regel werden einfache Beteuerungen hier aber nicht ausreichen. Daher ist es in solchen Situationen durchaus üblich, den Arbeitnehmer vertraglich für eine gewisse Zeit nach dem Ende der Weiterbildung an das Unternehmen zu binden. Wie lange du dich nach der Ausbildung verpflichtest, ist je nach Absprache unterschiedlich.
Was kannst du noch tun?
Mit den beiden oben genannten Punkten sollten die grössten Bedenken deines Chefs abgehandelt sein. Manchmal reichen aber auch eine Beschäftigungsverpflichtung und ein klar erkennbarer Vorteil für das Unternehmen nicht aus. In einem solchen Fall kannst du deinem Vorgesetzten die Weiterbildung vielleicht doch noch schmackhaft machen, indem du persönliche Opfer bringst. So wäre es zum Beispiel denkbar, dass du anbietest, einen Teil der Weiterbildung nicht als Arbeitszeit zu werten, sondern als «Freizeit». Dadurch geht dem Unternehmen weniger Arbeitszeit verloren und die Massnahme wirkt insgesamt attraktiver.
Inwieweit du deinem Chef hier entgegenkommst, sollte von mehreren Faktoren abhängen. Profitierst du stärker von der Weiterbildung als das Unternehmen, ist ein Entgegenkommen absolut angebracht. Ähnlich sieht es aus, wenn deine Firma die – möglicherweise sehr hohen – Kosten für die Massnahme komplett übernimmt.
Im Vorfeld alles schriftlich regeln
Wenn du mit deinem Chef über eine Weiterbildung sprichst, solltest du die Punkte, auf die du dich mit ihm einigst, unbedingt vertraglich festhalten. In dieser Weiterbildungsvereinbarung sollte stehen, wer in welcher Höhe für die Kosten aufkommt, inwieweit die Ausbildungszeit als Arbeitszeit angerechnet wird, wie lange du dich nach Abschluss der Massnahme an das Unternehmen bindest und wer die organisatorischen Aufgaben wie etwa die Anmeldung übernimmt.
Fazit
Eine Weiterbildungsmassnahme kann für dich beruflich ein grosser Schritt nach vorne sein. Wenn du willst, dass deine Firma dich bei diesem Schritt unterstützt, musst du aber auch die Vorteile für das Unternehmen aufzeigen, ansonsten wirst du deinen Chef kaum überzeugen können. Eine längerfristige Bindung nach Ende der Weiterbildung kann ebenfalls helfen, den Chef für diese Idee zu gewinnen. Achte aber stets darauf, sämtliche Absprachen auch vertraglich zu fixieren, um mögliche Missverständnisse vorzubeugen.











