Du hast immer eine Antwort auf die Fragen der Dozierenden? Du bist sehr gut organisiert? Du bist am liebsten ruhig und sitzt ganz hinten im Raum? Jede:r von uns lernt anders! Bei einer Weiterbildung siehst Du schnell, dass es verschiedene Typen gibt.
Im Folgenden siehst Du, was es mit dem ruhigen Typen, dem Streber-Typen, dem faulen Typen, dem überorganisierten Typen, dem Karrieretypen, dem Fragesteller-Typen und dem Normalo auf sich hat. Diese humorvolle Aufteilung ist natürlich nicht komplett ernst gemeint – aber wenn Du bei Dir eine Tendenz zu einem Weiterbildungstypen erkennst, haben wir hilfreiche Tipps für Deine Weiterbildung!
Typ 1: Der ruhige Typ
Manche Weiterbildungsteilnehmende sind sehr still. Sie machen sich nach der Vorlesung schnell aus dem Staub. In Gruppenarbeiten bringen sich diese Personen meist wenig ein und geben ihre Meinung nur auf ausdrückliches Nachfragen ab.
Viele Mitstudierende kennen diese Person gar nicht. Aber: Stille Wasser sind tief! Wenn Du das Gefühl hast, zu den ruhigen Typen zu gehören, bist Du wahrscheinlich eine introvertierte Person. Dann liegt Dir die Arbeit in kleineren Gruppen besser. Im Gespräch und in der Gruppe lernt man sehr viel, weshalb wir Dir empfehlen, Dich künftig ein wenig mehr einzubringen.
Noch ein Tipp für den ruhigen Typen: Unterhalte Dich mit Deinen Dozierenden darüber, ob die mündliche Mitarbeit ein wesentlicher Bestandteil Deiner Note ist. Oft kannst Du über Zusatzleistungen die Zurückhaltung im Mündlichen ausgleichen.
Typ 2: Der Streber-Typ
Den Streber-Typen kenne wir alle aus der Schule. Aber in einer Weiterbildung mit Erwachsenen stellt sich schnell heraus, dass es gar nicht so schlecht ist, ein:e Streber:in zu sein. Denn letztendlich heisst das nur, dass Du das bestmögliche Ergebnis erreichen möchtest.
Dabei gilt natürlich: Wer behauptet, alles besser als die Dozierenden zu wissen, macht sich unbeliebt. Und wenn die Weiterbildung Dein Leben ist und Du auch noch Perfektionist:in bist, setzt Du Dich selbst viel zu sehr unter Druck.
Daher solltest Du eine gesunde Balance finden. Es ist gut, hohe Ansprüche zu haben. Aber gerade in Gruppenarbeiten ist es für andere schwierig, mit Deinem Perfektionismus mitzuhalten. Achte darauf, gut mit den anderen Weiterbildungsteilnehmer:innen zu kommunizieren und Dein Wissen zu teilen, anstatt damit anzugeben.
Typ 3: Der faule Typ
Manche Personen zeigen nur sehr wenig Interesse an der Weiterbildung. Sie scrollen durch ihr Smartphone, starren Löcher in die Luft und geben den Eindruck, einfach Zeit totzuschlagen. Oft sind dies hochintelligente Personen, die unterfordert sind. Alternativ kann eine Konzentrationsschwäche der Grund für dieses Verhalten sein.
Du erkennst Dich wieder? Dann solltest Du Dir Techniken aneignen, um dem Unterricht länger folgen zu können. Besinne Dich darauf, was Deine Motivation für die Weiterbildung ist und engagiere Dich in einer Lerngruppe. In Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmenden lernst Du meist besonders spannende Dinge und hörst persönliche Geschichten.
Und falls Du unterfordert bist, kannst Du mit den Dozierenden sprechen und um zusätzliche Aufgaben bitten. Denn eine Extra-Leistung schadet nie!
Typ 4: Der überorganisierte Typ
Eine Weiterbildung ist vor allem für Berufstätige, die schon lange nicht mehr an Schule oder Uni gewöhnt sind, oft etwas einschüchternd. Manche Personen versuchen dies zu überkompensieren, was auf andere schnell einschüchternd wirkt.
Hast Du schon am ersten Tag der Weiterbildung alle Termine notiert? Den Gruppenchat für die Gruppenarbeit schon sehr früh angelegt? Verlangst Du frühzeitige Abgaben und 20-seitige Anleitungen für jedes Fach? Dann weist Du Züge des überorganisierten Typen auf.
Unser Tipp: Na klar, eine gute Struktur gibt Sicherheit und ist sehr zu empfehlen. Aber wer sich zu sehr organisiert, erzeugt unnötigen Druck für sich und andere. Frage Dich daher, wie viel Struktur Du wirklich benötigst. Häufig ist weniger mehr. Lasse Dich auch von Deinen Mitstudierenden inspirieren.
Typ 5: Der Karrieretyp
Karrieretypen sind daran zu erkennen, dass sie sehr stolz auf ihren wichtigen Job sind. Sie kommen gern im Anzug oder Business-Kostüm in den Präsenzunterricht, müssen viele wichtige Gespräche führen und legen Geschäftstermine in die Unterrichtspausen. Während Gruppenarbeiten sind sie häufig von Emails abgelenkt.
Wir finden: Arbeit ist nicht alles! Wer eine Weiterbildung besucht, sollte sich voll darauf konzentrieren. Denke daran, dass Du vor allem im Dialog mit den Mitlernenden viel lernst. Gemeinsame Pausen sind daher oft mindestens genauso wertvoll wie der Unterricht. Zeige etwas mehr Demut und lasse Dich auf das Lernerlebnis ein.
Typ 6: Der ewig fragende Typ
Gute Weiterbildungsteilnehmende stellen intelligente Fragen, die zeigen, dass sie mitdenken und noch mehr erfahren möchten. Aber wer alle fünf Minuten eine Frage stellt und die Dozierenden damit ständig unterbricht, ist schnell nervig. Das gilt vor allem für Fragen wie «Können Sie das noch einmal wiederholen?».
Ohne Frage, es ist sehr wertvoll, mitzumachen und mitzudenken. Achte aber immer darauf, wie Deine Mitlernenden reagieren. Wenn sie die Augen verdrehen, hast Du es mit den Fragen übertrieben. Schreibe die offenen Fragen daher am besten auf und kläre, ob sie bereits in den Unterlagen beantwortet wurden. Alternativ fragst Du den Dozierenden nach dem Unterricht oder bittest Mitlernende um einen Blick in ihre Notizen.
Typ 7: Der Normalo
Einen ganz normalen Weiterbildungstypen gibt es gar nicht. Der Normale ist daher ein fiktiver Typ. Um Deine Weiterbildung erfolgreich zu absolvieren, solltest Du Dir Deiner eigenen Stärken und Schwächen bewusst werden. Setze Deine Stärken gezielt im Weiterbildungsalltag ein und nutze die Gelegenheit, an Deinen Schwächen zu arbeiten.
Vor allem in Gruppenarbeiten zeigt sich schnell, wie viele verschiedene Lern- und Weiterbildungstypen es gibt. Profi-Tipp: Dialog hilft immer! Achte darauf, eventuelle Kritik in Ich-Botschaften zu äussern und Dich in der Gruppe von Deiner besten Seite zu zeigen. Davon profitieren alle.
Fazit: Die Weiterbildung selbstbewusst angehen
Viele von uns sind eine Kombination der genannten Weiterbildungstypen. Wir haben Dir diese Prototypen mit einem zwinkernden Auge vorgestellt, damit Du Deine eigenen Tendenzen leichter erkennst. Versuche, Deine eigene Lernmethode zu finden, da diese immer am besten für Dich funktionieren wird. Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und guter Kommunikation wird die Weiterbildung garantiert zum Erfolg – für Dich und für die ganze Gruppe!